Broken Bridge Syndrome – neue Hinweise auf neurologische Ursachen bei Post-Covid und ME/CFS

Das sogenannte Broken Bridge Syndrome beschreibt neu identifizierte strukturelle Veränderungen im Gehirn, die bei Menschen mit Post-Covid und ME/CFS beobachtet wurden. Die Forschung liefert erstmals bildgebende Hinweise auf gestörte neuronale Verbindungen zwischen Hirnstamm und Kleinhirn und stärkt damit die Einordnung dieser Erkrankungen als neurobiologisch bedingt.

Im April 2025 wurde mit dem sogenannten Broken Bridge Syndrome ein neuer neurologischer Befund vorgestellt, der das Verständnis von Post-Covid (PCS/Long Covid) und ME/CFS erweitern könnte. Die zugrunde liegenden Ergebnisse stammen aus einer bildgebenden Studie und weisen auf strukturelle Veränderungen im zentralen Nervensystem hin.

Konkret geht es um eine gestörte Verbindung zwischen Hirnstamm und Kleinhirn. Diese beiden Bereiche sind über Nervenbahnen miteinander verbunden, die für grundlegende Funktionen wie autonome Regulation, Bewegung, Koordination, Körperwahrnehmung und kognitive Prozesse relevant sind. In der Studie zeigten sich bei Betroffenen messbare Veränderungen dieser Verbindungsstrukturen, was bildhaft als „gebrochene Brücke“ beschrieben wird.

Diese veränderte neuronale Kommunikation könnte erklären, warum viele Betroffene unter Symptomen wie ausgeprägter Fatigue, Belastungsintoleranz, kognitiven Einschränkungen, Kreislaufproblemen oder Störungen der Körperwahrnehmung leiden. Besonders relevant ist dabei, dass es sich um objektiv darstellbare Veränderungen handelt, die mit modernen MRT-Verfahren sichtbar gemacht werden können.

Die Ergebnisse sind vor allem deshalb bedeutsam, weil sie einen biologischen Erklärungsansatz für Erkrankungen liefern, die bislang häufig missverstanden oder psychologisiert wurden. Das Broken Bridge Syndrome unterstützt die Annahme, dass es sich bei Post-Covid und ME/CFS um neurologisch und systemisch bedingte Erkrankungen handelt.

Gleichzeitig ist zu betonen, dass sich die Forschung noch in einem frühen Stadium befindet. Die vorliegenden Daten müssen durch weitere Studien bestätigt werden, bevor sich daraus verbindliche diagnostische oder therapeutische Konsequenzen ableiten lassen. Dennoch markieren die Ergebnisse einen wichtigen Schritt hin zu mehr Verständnis, Anerkennung und zukünftigen Behandlungsansätzen für Betroffene.

Quelle:
Millions Missing Deutschland: Broken Bridge Syndrome – neue Erkenntnisse zu Post-Covid und ME/CFS, April 2025.

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